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Brücken bauen: Wie Weiterbildungen den Weg für Frauen in technischen Berufen ebnen

Zusammenfassung

In der dynamischen Welt der Technologie bleibt die repräsentative Beteiligung von Frauen eine Herausforderung. Trotz der wachsenden Anerkennung der Bedeutung von Diversität und Inklusion liegt der Frauenanteil in technischen Berufen in Deutschland nach wie vor deutlich hinter dem der Männer. Weiterbildungen spielen eine entscheidende Rolle dabei, diese Lücke zu schließen und Frauen die erforderlichen Fähigkeiten und das Wissen zu vermitteln, um in technischen Berufen erfolgreich zu sein. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die aktuelle Lage und beleuchten, wie Weiterbildungen zur Chancengleichheit beitragen und eine inklusivere Technologiebranche fördern können. 

Status Quo: Frauen in Technikberufen in Deutschland

In Deutschland ist der Anteil von Frauen in technischen Berufen nach wie vor niedrig, obwohl die Notwendigkeit für mehr Diversität und Inklusion in der Branche bereits anerkannt wird. Beispielsweise sind Frauen in technischen Studiengängen mit 27 % im Ingenieurwesen und 20 % in den Informations- und Kommunikationstechnologien unterrepräsentiert. Im Berufsleben bleibt die Diskrepanz bestehen. Frauen machen nur etwa 17 % der Arbeitskräfte in der IT-Branche aus. Diese Zahlen unterstreichen das Erfordernis, Maßnahmen zu ergreifen, um die Chancengleichheit zu verbessern und den Weg für mehr Frauen in technischen Berufen zu ebnen.

Inspirierende Initiativen für mehr Chancengleichheit

Weiterbildungsprogramme und Initiativen spielen eine entscheidende Rolle, um Frauen die geforderten Fähigkeiten und das Selbstvertrauen zu vermitteln, damit sie in technischen Berufen erfolgreich sein können. Hier sind einige bemerkenswerte Programme und Initiativen in Deutschland, die sich auf die Förderung von Frauen in technischen Berufen konzentrieren. Sie bieten Weiterbildungsinstituten nicht nur wertvolle Einblicke, sondern auch konkrete Beispiele dafür, wie sie ihre Angebote gestalten und ihre Ressourcen nutzen können, um Frauen in technischen Berufen effektiv zu fördern und zu unterstützen.

  • FrauenLoop: Dieses gemeinnützige Programm bietet regelmäßige Trainings und Weiterbildungen, um Frauen den Zugang zur IT-Branche zu erleichtern. Im Jahr 2019 gab es fast viermal mehr Bewerbungen von Frauen für eine Programmierausbildung bei FrauenLoop, als Plätze verfügbar waren, was die hohe Nachfrage und das Interesse von Frauen an technischen Weiterbildungen zeigt.
  • Women in Tech e.V.: Als branchenübergreifender, gemeinnütziger Verein zielt Women in Tech e.V. darauf ab, Frauen in technischen Berufen zu fördern, zu unterstützen und sichtbarer zu machen. Die Organisation sieht sich als Teil einer globalen Bewegung, legt ihren Fokus jedoch auf Deutschland, Österreich und die Schweiz.
  • Projekt Women in Tech der IU: Die IU hat das Projekt Women in Tech ins Leben gerufen, um Frauen in technischen Berufen und Führungspositionen zu fördern und technikorientierte Studiengänge attraktiver zu gestalten. Durch die Bereitstellung von Stipendien für Frauen mit einem Technikfokus werden finanzielle Barrieren reduziert und der Zugang zu technischer Bildung verbessert.

Zukunftsweisende Weiterbildungsangebote: Spezifische Ansätze für Frauen

Die Gestaltung von Weiterbildungsangeboten, die auf die speziellen Bedürfnisse und Interessen von Frauen zugeschnitten sind, kann einen bedeutenden Einfluss auf die Attraktivität technischer Berufe für Frauen haben. Einige zukunftsweisende Ansätze umfassen:

Umweltbewusste und soziale Technologien: Frauen tendieren dazu, sich für Studiengänge und Weiterbildungen zu interessieren, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt haben. Angeboten in Bereichen wie Umwelttechnik, Medizintechnik oder neue Mobilitäts- und Kommunikationstechniken ziehen oft weibliche Studierende und Teilnehmerinnen an.

Praxisorientierte Weiterbildungen: Praxisnahe Weiterbildungsprogramme, die realen Arbeitsbedingungen entsprechen und konkrete Projekte umfassen, ermöglichen Frauen eine klare Vorstellung von den Möglichkeiten in technischen Berufen und bereiten sie besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vor.

Mentorship und Netzwerkbildung: Weiterbildungsangebote, die Mentorship-Programme und Networking-Events beinhalten, können Frauen dabei unterstützen, professionelle Netzwerke aufzubauen und von den Erfahrungen anderer Frauen in technischen Berufen zu lernen.

Flexible Lernformate: Die Bereitstellung flexibler Lernformate, wie Online-Kurse oder Teilzeit-Weiterbildungen, kann es Frauen erleichtern, Weiterbildungen mit anderen Verpflichtungen, wie Familie oder Beruf, zu vereinbaren.

Förderung von Führungsqualitäten: Programme, die speziell auf die Entwicklung von Führungsqualitäten abzielen, können Frauen ermutigen, Führungspositionen in technischen Berufen anzustreben. Zusätzlich werden ihnen die notwendigen Fähigkeiten und das Selbstvertrauen vermittelt, um in diesen Positionen erfolgreich zu sein.

Indem Weiterbildungsinstitute solche spezifischen Ansätze in ihre Programme integrieren, können sie nicht nur die Attraktivität technischer Fort- und Weiterbildungen für Frauen erhöhen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Überwindung geschlechtsspezifischer Barrieren in technischen Berufen leisten. 

Initiativen aus der Wirtschaft und Politik

Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen aus Wirtschaft und Politik, die sich für mehr Chancengleichheit und eine höhere Quote von Frauen in technischen Berufen einsetzen. Förderprogramme, Projekte und Programme packen dazu an unterschiedlichen Stellen an.

Richtlinie „MissionMINT – Frauen gestalten Zukunft“ des BMBF

Das Bundesministerium für Arbeit und Forschung hat 2021 die Richtlinie „MissionMINT“ ins Leben gerufen. Diese Richtlinie fördert Projekte, die den Frauenanteil im MINT-Forschungs- und Innovationsprozess erhöhen sollen, indem sie Selbstwirksamkeit, Eigeninitiative und Kreativität stärken. Die Antragsverfahren sind zwar Ende 2023 ausgelaufen, jedoch sind neue Initiativen des BMBF nicht ausgeschlossen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wiedereinstiegsstipendien für Wissenschaftlerinnen in der Forschung

Das Wiedereinstiegsstipendium des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums unterstützt qualifizierte Forscherinnen nach Familien- oder Betreuungsphasen. Es wird halbjährlich vergeben und ermöglicht die Fortsetzung wissenschaftlicher Arbeiten oder das Nachholen einer Promotion zur Fachhochschulprofessur-Qualifikation nach Berufspraxis außerhalb des Hochschulbereichs.

Netzwerke für Frauen in technischen Berufen

Spezifische Netzwerke sind eine großartige Chance, sich auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren. MINT-Netzwerke für Frauen sind zum Beispiel das Femtec Hochschulkarrierezentrum in Berlin oder das internationale Women in Technology (WITI) Netzwerk, die zusätzlich Events veranstalten.

Indem Weiterbildungsinstitute ihren Teilnehmerinnen diese oder ähnliche Netzwerke nahelegen oder sich selbst aktiv an einem Netzwerkaufbau beteiligen, können sie gleichzeitig von Empfehlungen für ihre Bildungseinrichtung profitieren. Mit Sicherheit fördern sie jedoch den Austausch und das Selbstbewusstsein künftiger Führungskräfte und Mitarbeiterinnen in der Technikbranche.

Potenzial nutzen!

In Deutschland liegt ein enormes Potenzial in der Förderung von Frauen in technischen Berufen, das durch zielgerichtete Weiterbildungsangebote erschlossen werden kann. Die Schaffung attraktiver Weiterbildungsprogramme, die Einbindung von Mentoring- und Netzwerkmöglichkeiten, sowie die Bereitstellung finanzieller Unterstützung und flexibler Lernformate ermöglichen es Weiterbildungsinstituten, aktiv zur Chancengleichheit beizutragen. Darüber hinaus werden Frauen dabei unterstützt, ihre technischen Kompetenzen auszubauen und Führungspositionen anzustreben.

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