Die Aktualisierung von Bildungsprogrammen: das vergessene Kind der Pädagogik

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Chroniken eines Bildungsprogrammkoordinators – Episode 4

Dieser Artikel ist Teil der „Chroniken eines Bildungsprogrammkoordinators“. Hier geht es um ein Thema, das in Bildungsclustern oft unterschätzt wird: die Aktualisierung der Lernprogramme. Auch für diesen Bereich gilt: Meine Ansichten zu diesem Thema fußen auf meiner eigenen Berufserfahrung, sie sind daher sehr subjektiv geprägt. Ich hoffe, dass mein Standpunkt bei Ihnen zumindest teilweise auf Resonanz stößt.

Aktualisierung von Bildungsinhalten: Hat das noch jemand auf dem Schirm?

Denkt man an Rollenbilder in Bezug auf pädagogische Teams, kommen einem relativ schnell klischeehafte Bilder in den Kopf:

  • Das (mitunter nur aus einer Person bestehende) Projekt das sich mit der Erstellung eines neuen Lernprogramms befasst und hierbei häufig hochtrabende Begriffe wie Gamification, Inverted Classroom, Micro-Learning, Adaptive Learning usw. verwendet
  • die Krake die dank ihrer Tentakel die gesamte Logistik des Lernprogramms im Griff hat von möglichen Zugangsproblemen der Teilnehmer bis hin zu kurzfristigen Vertretungen des Personals (kurz gesagt: ein Schweizer Taschenmesser)
  • der Dozent, ein echter Rockstarn der die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf sich ziehen und ihr ganzes Leben verändern kann.

Aber abgesehen davon unterschätzen viele Anbieter einen Aspekt: die Aktualisierung der Lernprogramme. Dies ist für den Fortbestand von Anbietern lebenswichtig, setzt aber eine Investition in Zeit und Ressourcen und vor allem eine gute Organisation voraus!

Warum ist dieser Aspekt so wichtig?

Etwas Neues zu entwickeln, ist der erste unverzichtbare Schritt, aber die Weiterentwicklung des Erschaffenen ist (über)lebenswichtig!

Gut konzipierte, aber starre Lernprogramme veralten heute sehr schnell, wobei dies natürlich vom jeweiligen Bereich abhängt. Etwas zugespitzt gesagt:

  • KI-bezogene Lernprogramme sollten jede Woche aktualisiert werden.
  • Pflichtprogramme sollten mehrmals pro Jahr aktualisiert werden.
  • Programme zum Thema Management könnten einmal jährlich oder alle zwei Jahre aktualisiert werden, um neue Gegebenheiten wie Home-Office, KI, generationsübergreifende Inhalte usw. zu berücksichtigen.

Diese Angaben sind nur als Beispiel gedacht, sie sollen aber veranschaulichen, dass Aktualisierungen erforderlich sind, wobei die jeweilige Häufigkeit variieren kann.

Welche Gefahren birgt es, wenn Lernprogramme nicht mehr an den Anforderungen des Marktes oder an gesetzlichen Vorgaben ausgerichtet werden? Sinkende Verkaufszahlen, eine geringere Zufriedenheit und eine erschütterte Glaubwürdigkeit. Kurz gesagt: Wenn Sie Ihre Programme nicht aktualisieren, arbeiten Sie buchstäblich für die Konkurrenz.

Aktualisierungen sind also erforderlich, doch bis zu welchem Punkt?

Das Wort „Aktualisierung“ kann unterschiedlich ausgelegt werden:

  • Einfache Aktualisierung einiger Daten (z. B. auf Grund der Veröffentlichung neuer gesetzlicher Vorgaben) und Korrektur von Druckfehlern.
  • Teilweise Neugestaltung, bei der über die Inhalte hinaus ein Teil des pädagogischen Szenarios überarbeitet wird (ggf. durch Hinzufügen, Entfernen oder Verschieben bestimmter Teile des Programms). Einige pädagogische Konzepte können auch geändert werden, um den Erwartungen der Kursteilnehmer besser gerecht zu werden.
  • Völlige Neugestaltung des Programms, was von der Erstellung völlig neuer Inhalte nicht weit entfernt ist. Dies ist der Fall, wenn etwa ein bisher als Präsenzveranstaltung durchgeführter Kurs digitalisiert oder ein individuelles Programm auf Grundlage standardisierter Inhalte erstellt wird. Kann man hierbei noch von „Aktualisierung“ sprechen? Dies hängt von der jeweiligen Einschätzung ab: das Spektrum und der Grad der vorgenommenen Änderungen sind hierbei ausschlaggebend.

Die Falle: ein überdimensioniertes Angebot

Bei der Aktualisierung von Inhalten gibt es eine Herausforderung, die ich als die „Falle eines überdimensionierten Angebots“ bezeichne.

Vor allem große Anbieter tappen in diese Falle. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ihr Katalog mehrere hundert oder sogar über eintausend Bildungsangebote enthält. Doch finden alle diese Kurse wirklich statt? Wohl kaum, aber dazu könnte ich einen eigenen Artikel verfassen.

Ganz pragmatisch betrachtet stehen diese Anbieter vor der immensen Herausforderung, sämtliche Inhalte auf dem neuesten Stand zu halten, wenn sie weiterhin pädagogisch relevant bleiben wollen.

Denn es braucht Zeit, um das Feedback der Lernenden in das Programm einfließen zu lassen, es vor diesem Hintergrund zu lesen, anzupassen und zu ergänzen. Dabei spielen auch die Entwicklung der Ausbildungsberufe und die gesetzlichen Vorgaben eine Rolle.

Denn wenn es etwas gibt, was Kursteilnehmer überhaupt nicht verzeihen, dann sind es veraltete oder gar falsche Inhalte. Gute Praktiken

Fachexperten

Fachexperten

effEin Lernprogramm entsteht in der Regel dann, wenn vorhandenes Fachwissen (wenn auch nur zu Teilen) weitergegeben werden soll. Wenn dies nicht der Fall ist, können vfvschnell Programme entstehen, die zwar die Theorie abdecken, aber nur einen geringen Bezug zur Praxis aufweisen und daher nicht besonders effektiv sind.

🔍 Veille réglementaire, pour ne pas proposer un contenu en décalage avec la loi.

In vielen Bildungseinrichtungen ist der Fachexperte für die Aktualisierung der Lerninhalte zuständig, der hierfür mit dem pädagogischen Team zusammenarbeitet.

Das erforderliche Fachwissen kann intern vorhanden sein, wird aber vor allem dann ausgelagert, wenn die Einrichtung auf externe Referenten zurückgreift.📱 Veille technologique, parce que les outils et supports évoluent, et que les attentes des apprenants aussi.

Je nach Geschäftsmodell des Anbieters gibt es folgende Optionen für die Aktualisierung:

Sie wird in ein Gesamtpaket integriert, das die Gestaltung, die didaktische Aufbereitung und auch die erforderliche Aktualisierung des Inhalts umfasst;

sie ist Gegenstand einer separaten Leistung, die gesondert vergütet wird.

In einigen Fällen werden Tantie men-Systeme verwendet: Der Bildungsexperte erhält einen Prozentsatz des mit den Kursen generierten Umsatzes.

Hierdurch können Programme individuell gestaltet werden, was auch einen großen Vorteil für die Aktualisierung der Inhalte bietet. Denn wenn ein Modul in mehreren Kursen verwendet und ein einziges Mal aktualisiert wird, können die vorgenommenen Änderungen sofort in die betreffenden Kurse eingebaut werden.

  • soit intégrée dans un forfait global, incluant la conception, l’animation et l’actualisation du contenu ;
  • soit faire l’objet d’une prestation distincte, avec une rémunération dédiée.

Dans certains cas, des systèmes de royalties sont mis en place : l’expert métier perçoit un pourcentage sur le chiffre d’affaires généré par la formation. Ce modèle a l’avantage d’encourager une implication durable, car la qualité et l’actualité du contenu ont un impact direct sur le succès – et donc la rentabilité – du parcours.

Modularisierung

Eine gängige Methode zur (manchmal etwas künstlichen) Erweiterung des Angebots ist die Modularisierung.

Hierbei werden verschiedene Module für unterschiedliche Programme erstellt. Einige Module bilden eine gemeinsame Basis (z. B. „Grundlagen des Managements“), andere können bereichsübergreifend in verschiedene Kontexte integriert werden (z. B. „Optimierung des Unternehmens und des Zeitmanagements“).

Hierdurch können Programme individuell gestaltet werden, was auch einen großen Vorteil für die Aktualisierung der Inhalte bietet. Denn wenn ein Modul in mehreren Kursen verwendet und ein einziges Mal aktualisiert wird, können die vorgenommenen Änderungen sofort in die betreffenden Kurse eingebaut werden.

Dies gilt insbesondere für das digitale Angebot. Die meisten LMS ou LCMS ermöglichen heute die Strukturierung von Inhalten in mikrodidaktische Bausteine. Dies sind Einheiten, die in mehreren Lernprogrammen wiederverwendet werden können. Bei der Aktualisierung eines Mikrobausteins ist gewährleistet, dass alle Programme, die diesen Baustein enthalten, automatisch gleichzeitig aktualisiert werden.

Hierdurch kann die Verwaltung des Angebots optimiert und gleichzeitig die Kohärenz und die pädagogische Aktualität des Angebots gewährleistet werden.

Regelmäßige, kontinuierliche Aktualisierungen

Mein letzter Tipp für Aktualisierungen: Vermeiden Sie so weit wie möglich die One-Shot-Strategie, d. h. die Aktualisierung aller Lernprogramme auf einen Schlag. Sie laufen hierbei Gefahr, die vorhandenen Ressourcen zu überlasten.

Ein interessanter Ansatz könnte wie folgt aussehen:

  • Planen Sie eine jährliche Bereinigung des Programms ein (themenabhängig auch ggf. häufiger oder nicht so häufig).
  • Nehmen Sie bei wichtigen Veränderungen punktuelle Aktualisierungen vor.
  • Fragen Sie sich alle 2 bis 3 Jahre (oder nach dem Feedback der Kursteilnehmer), ob eine pädagogische Neukonzipierung erforderlich ist.

Fazit

In einer sich schnell verändernden Welt liegt der wahre Wert einer Bildungseinrichtung nicht darin, dass sie allen neuen Entwicklungen hinterherrennt, sondern in der Fähigkeit, aktuelle, praxisnahe, stimmige und direkt umsetzbare Inhalte anzubieten. Kurz gesagt: die Grundlagen jeglicher Pädagogik!

Johann-Vidalenc- Digiformag Auteur

Johann Vidalenc

Dopo aver lavorato in funzioni HR, poi in 2 OPCO, ora supporto le organizzazioni di formazione sui temi della qualità, della certificazione professionale, del finanziamento e del monitoraggio normativo nell'ambito della formazione professionale. Risolutamente concentrato sull'operatività e sulle soluzioni concrete, cerco soprattutto di rendere accessibili le notizie sulla formazione a quante più persone possibili.

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