E-Learning-Bildungsangebote: Können sich asynchrones und synchrones Lernen gegenseitig ergänzen?

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Inhalte

Viel zu oft werden Lehrende vor die Wahl gestellt: entweder asynchrone („on demand“) oder direkte bzw. synchrone Vermittlung von Inhalten. Dennoch ergänzen sich beide Ansätze sehr gut und bieten gemeinsam einen echten Mehrwert für Lernprozesse.

Auf diese Idee kommt jedoch kaum jemand ganz spontan.

Häufig stellt man sich selbst vor die Wahl: entweder 100 % direkte Vermittlung von Inhalten oder 100 % E-Learning. Häufig bietet sich jedoch ein Hybridformat an. Es verbindet das Beste der beiden Welten: den unmittelbaren Austausch und die Dynamik des Live–Unterrichts einerseits und die zeitliche Flexibilität für das Vertiefen von On-Demand-Lerninhalten andererseits.

Viele Didaktiker haben bereits diese frustrierende Erfahrung gemacht: vor jeder Unterrichtseinheit müssen Grundlagen, Theorie und Anweisungen noch einmal in Erinnerung gerufen werden.
Und auf der Seite der Lernenden hört man oft: „Ich war motiviert, aber als ich wieder am Arbeitsplatz war, fiel es mir dann schwer, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.“

Solche Situationen sind nichts Neues, das Hybridformat kann jedoch einen guten Lösungsansatz bieten.

Vor der Unterrichtseinheit: Grundlagen erläutern und Sicherheit vermitteln

On-Demand-Inhalte zur Vorbereitung des Unterrichts können sich sehr positiv auswirken.
Die Teilnehmenden machen sich mit Schlüsselbegriffen vertraut, überprüfen die Grundlagen und beschäftigen sich in aller Ruhe mit dem Kontext.

Einige Teilnehmer sind froh, dass sie bereits im Vorfeld wissen, welches Thema behandelt wird; andere schätzen es, wenn sie sich die Inhalte in ihrem eigenen Tempo aneignen können.


Auch wenn nicht alle die vorab bereitgestellten Inhalte nutzen: Allein der erste Kontakt mit ihnen vor Beginn der Schulung macht einen Unterschied. Man beginnt nicht mehr um 9 Uhr mit einem Kaffee, sondern viel früher, nämlich in den Köpfen der Teilnehmenden.

Während der Schulung: mehr Interaktion, weniger Theorie

Wenn die Grundlagen vorher gelegt werden, kann die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit besser genutzt werden.Die Referenten können sich auf das konzentrieren, was am wertvollsten ist: Austausch, Praxis, Feedback.

Die Unterrichtszeit kann effektiver genutzt werden, denn wir verbringen weniger Zeit mit den Grundlagen und können uns auf die eigentliche Kommunikation konzentrieren.

Natürlich sind nicht alle Teilnehmenden gleich gut auf die Unterrichtseinheit vorbereitet, aber diejenigen, die sich im Vorfeld mit dem Stoff beschäftigt haben, profitieren eindeutig mehr vom Unterricht in der Gruppe.
So kommt die Gruppe insgesamt schneller voran, weil der Austausch intensiver, zielgerichteter und produktiver wird.

Nach der Schulung: die Motivation aufrecht erhalten

Allgemein ist bekannt: Gleich nach der Schulung sind alle Teilnehmenden motiviert. Doch danach fällt man schnell wieder in den Alltagstrott zurück.

Asynchrone Vermittlungstechniken eignen sich auch für die Nachbearbeitung einer Präsenzsitzung, z. B. in Form einer Rekapitulation der behandelten Themen, kurzer Lerneinheiten oder der Anwendung der erworbenen Kenntnisse.

Durch diese einfachen, aber regelmäßigen Referenzpunkte wird die Dynamik des Lernprozesses aufrechterhalten, und die Teilnehmenden entwickeln sich tatsächlich weiter.

Ein echter Vorteil für Referenten

On-Demand-Inhalte tragen auch zu einem entspannteren Unterricht bei.
Einige Inhalte, die ständig wiederholt werden, können einfach aufgezeichnet werden, so dass mehr Zeit und Energie für das Wesentliche im Unterricht bleibt: Interaktionen, Fragen und reale Situationen.

Hierdurch treten die Beziehung zu den Lernenden und ihre Begleitung wieder in den Vordergrund, wodurch die Rolle des Trainers gestärkt wird.

Grenzen, die man im Auge behalten sollte

Dieses Format erfordert Zeit und echtes Engagement.
Vor der Einheit müssen die Unternehmen den Teilnehmenden Zeit für das Selbststudium geben.Auch die Grundeinstellung der Teilnehmenden ändert sich: Sie übernehmen von Anfang bis Ende die Kontrolle über ihren Bildungsweg.
Zwar ist dieser hybride Ansatz nicht für jedes Publikum oder jedes Thema geeignet, doch sollte man ihn als Referent stets im Hinterkopf behalten. Denn die grundlegende Frage lautet: Wie kann der Lernprozess am effizientesten gestaltet werden?

Die richtige Balance zwischen synchronen und asynchronen Formaten

Asynchrone Formate sollten als Ergänzung zur synchronen Vermittlung von Inhalten verstanden werden.
Durch die Kombination beider Ansätze verlaufen Lernprozesse flüssiger und ausgeglichener und entfalten eine nachhaltigere Wirkung.
Im Vorfeld findet die Vorbereitung statt. Dann erlebt man den Unterricht. Danach werden die Inhalte verankert.
Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Vielmehr geht es darum, die richtige Verbindung zwischen den Formaten zu finden, damit Unterrichtseinheiten lebendiger und effizienter werden und eine Langzeitwirkung entfalten.

Sophie Coulon

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