Ist eine pädagogische Ausbildung für Trainer zwingend erforderlich? Diese Frage stellen sich zu Recht viele Menschen, die Trainer oder Referenten in der Erwachsenenbildung werden möchten. Sollte dies der Fall sein, wäre dann jeder für dieses Berufsbild geeignet? Dies kann man eigentlich bejahen, denn in der Tat ist diese Tätigkeit nicht allzu schwierig. Aber ein wirklich guter Referent zu werden und sich in den Beruf einzufinden, braucht seine Zeit.
Wer wirklich gut werden will, muss die drei folgend genannten Voraussetzungen mitbringen, die alle auf ein Ziel gerichtet sind: den Erfolg der Lernenden.
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Freude am Teilen
Als Referent steht man im ständigen Austausch mit den Lernenden. Egal, ob man nur eine Person oder 30 Schüler vor sich hat: der Wunsch, Wissen weiterzugeben, von dem alle angehenden und noch unerfahrenen Pädagogen sprechen, muss vorhanden sein. Allerdings gefällt mir der Begriff „teilen“ besser als „weitergeben“.
Laut Wörterbuch wird „weitergeben“ wie folgt definiert: „etwas, das einem gegeben, überreicht usw. worden ist, an einen anderen geben“. „Teilen“ beinhaltet dahingegen, dass man etwas von sich selbst weitergibt. Und als Referent oder Trainer gibt man oft sehr viel von sich preis. So greift man häufig auf persönliche und berufliche Erfahrungen zurück, um Zusammenhänge zu veranschaulichen.
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Aktives Zuhören
Aktiv zuhören zu können, ist fundamental, denn hierdurch können die tatsächlichen Erwartungen der Lernenden erfasst und die Inhalte entsprechend angepasst werden. Außerdem kann der Trainer durch aktives Zuhören Ideen oder Fragen so formulieren, dass alle Beteiligten folgen können.
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Streben nach Fortschritt
Die Lernenden unbedingt weiterbringen zu wollen, ist die letzte der grundlegenden Eigenschaften eines Trainers. Selbst bei einem Thema, mit dem sich ein guter Trainer schon seit Jahren beschäftigt, verfeinert er seine Herangehensweise ständig. Er berücksichtigt das Feedback der Lernenden, optimiert und aktualisiert die Lerninhalte regelmäßig und sucht nach neuen Beispielen und Ressourcen.
Außerdem versucht er, freundlich zu intervenieren. In diesem Sinne optimiert er seine Präsenz und seine didaktischen Tools.
Train the Trainer: Mein Feedback
Als Bildungseinrichtung sind Sie für die Entwicklung der Kompetenz Ihrer Trainer verantwortlich. Müssen sie aber alle einen Hochschulabschluss vorweisen können? Dieses Thema haben wir bereits mehrfach mit Leitern von Bildungseinrichtungen besprochen. Nach eigenen Angaben stellten sie häufig Personen mit echtem Fachwissen, aber ohne pädagogische Erfahrung und ohne Diplome oder Zertifikate in diesem Bereich ein.
Als Begründung für den Verzicht auf formale Abschlüsse wurde stets das gleiche Argument vorgebracht: „Ich kann doch nicht alle Lehrkräfte auf die Akademie für Erwachsenenbildung schicken!“ Ich würde dem entgegensetzen: „Es muss ja nicht unbedingt die Akademie sein. Es gibt auch kürzere Schulungen. Und die Lehrkräfte können sich auch untereinander austauschen und gegenseitig coachen.“
Ein Abschluss an einer Bildungsakademie ist natürlich ideal. Je nach Bedarf können aber auch nur bestimmte Kurse belegt werden. So gibt es heute ein großes Angebot an standardisierten Kurzlehrgängen. Dies heißt jedoch nicht, dass Sie auf individuell zugeschnittene Angebote verzichten sollten, da diese nicht zwangsläufig teurer sein müssen.
Anhand von Kurzlehrgängen können Sie für Ihr Unternehmen ein individuelles Bildungsangebot erstellen und dabei folgende Aspekte berücksichtigen:
- Pädagogische Grundlagen
- Methoden des spielerischen Lernens
- digitale Tools zur Unterrichtsgestaltung
- Fernunterricht
All dies sind Ideen für Themen, die je nach Bedarf in Kurzlehrgängen von ein bis fünf Tagen absolviert werden können.
Abschließende Hinweise
Viele Unternehmen und selbstständige Bildungsexperten bieten mittlerweile solche Kurzlehrgänge an. Digiforma hat vor einigen Monaten seine Online-Akademie gestartet, die bereits mehrere kostenlose Kurse anbietet. Schauen Sie sich unser Angebot an!
Vorher möchten wir Ihnen jedoch einige Tipps geben, wie Sie die Qualität des Austauschs unter den Kollegen Ihrer Bildungseinrichtung verbessern können:
- Richten Sie ein spezielles Zeitfenster ein – 30 Minuten pro Monat sollten zu Beginn ausreichend sein. Ein gemeinsames Frühstück ist hierfür ideal!
- Nutzen Sie diese Zeit gut. Die Tagesordnungspunkte müssen klar festgelegt werden. Wichtig ist, dass jemand auf den zeitlichen Ablauf achtet und bei Bedarf die Diskussion wieder auf das eigentliche Thema zurückbringt. Bei entsprechender Einteilung können Sie in 30 Minuten fünf verschiedene Themen behandeln.
- Erstellen Sie einen Masterplan. Wenn ein Trainer einen Beitrag leisten möchte, sollte er zunächst sein Thema kurz in einem Dokument darstellen. Beispielsweise ein Thema, ein Problem und geeignete Lösungen. Abschließend besteht die Möglichkeit, auf Fragen oder ein aktuelles Fachthema einzugehen. Ein konkretes Beispiel: „Ich habe die Pomodoro-Technik entdeckt, hierbei wechseln sich 25-minütige intensive Arbeitsphasen mit 5-minütigen Pausen ab. Diese Methode könnte auch für unsere Lernenden von Nutzen sein.“ Mit dem Masterplan, der allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden kann, lassen sich alle Themen in der gebotenen Kürze behandeln.
- Erstellen Sie ein Kurzprotokoll. So können auch Referenten, die nicht teilnehmen konnten, auf die Informationen zugreifen.
Es heißt, dass Schuster oft die schlechtesten Schuhe tragen. Das muss aber nicht unbedingt so sein! Nutzen Sie doch die Sommerpause, um einen Fortbildungsplan zu erstellen und einen Austausch unter Kollegen zu organisieren.
